Lösungsorientierte Kurztherapie

Grundprinzipien der lösungsorientierten Kurzzeittherapie

Lösungsfokussierung bedeutet, die „positiven Unterschiede“ zu erkennen und zu verstärken. Also das, was jetzt bereits besser funktioniert und passt und von dem gewünscht wird, es möge in Zukunft in noch stärkerem Maße so sein.

Entwickelt wurde dieser Ansatz von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg im 1978 gegründeten Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee/Wisconsin gemeinsam mit Elam Nunnally, Eve Lipchik, Michele Weiner-Davis, Alex Molnar und Wallace Gingerich. Inspiriert wurde dieser Ansatz von Forschungsergebnissen am Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto, siehe Palo-Alto-Gruppe.

Lösungsfokussierung geht davon aus, dass:[4]

  1. positive Veränderungen in komplexen Situationen auf Basis kleiner Schritte geschehen;
  2. für diese Schritte nur wenige Informationen über das, was bisher schon etwas besser funktionierte, genügen;
  3. bei Analysen nicht die Frage „wie ist es – wie kam es dazu?“, sondern die Frage „was macht den Unterschied zwischen besser/schlechter aus?“ ins Zentrum rückt;
  4. anstelle des „theoretisch umfassend Verstehenwollens“ das konkrete Handeln in kleinen Schritten tritt;
  5. von allen Beteiligten angenommen wird, dass sie interessiert an positiven Veränderungen sind.

Die drei Grundprinzipien der Lösungsfokussierung

  1. „Repariere nicht, was nicht kaputt ist!“
  2. „Finde heraus, was gut funktioniert und passt – und tu mehr davon!“
  3. „Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt – dann höre damit auf und versuche etwas anderes!“

Die sechs Merksätze zur lösungsfokussierten „Einfachheit“ („Simplicity“)

  1. Lösungen statt Probleme: „Nicht das Problemverständnis vertiefen, sondern erkunden, wie es ist, wenn es besser ist“.
  2. Interaktion statt isolierter Individualität: „Unser Verhalten entwickelt sich in der Interaktion mit anderen. In der Lösungsfokussierten Arbeit wird nicht über Meinungen, Glaubenssätze oder Werte diskutiert, sondern über beobachtbares Handeln“.
  3. Beachte und nutze das, was da ist – nicht das Fehlende: „Nicht die Lücke zwischen ‚Ist‘ und ‚Soll‘ ermitteln, sondern das, was – wenn auch nur selten – heute bereits etwas besser ist“.
  4. Die Chancen im Gestern, Heute und Morgen sehen: „Chancen in der Zukunft und im Heute zu überlegen, ist ein vertrauter Gedanke. Eher unüblich ist es, auch im ‚Gestern‘ bewusst das zu erkunden, was sich früher bereits als Chance zeigte – um auch das zu nutzen“.
  5. Einfache Sprache: „Statt langer, komplizierter, abstrakter und beeindruckend klingender Worte einfache Alltagsworte benutzen“.
  6. Jede Situation als speziell sehen – keine schlecht passende allgemeine Theorie darüber stülpen: „Offen und neugierig sich jedes Mal von neuem positiv überraschen lassen“.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6sungsorientierte_Kurztherapie